
Ich versuchs mal mit Pierre Bensusan und seinem neuen Album Vividly. Passender Titel, und das Cover erst! Tai Chi-Freak am Meer im Gegenlicht. Oder ist das Kapoera, vielleicht auch nur ´ne Yoga-Übung? Das wirkt allerdings schon etwas esoterisch und ästhetisch angestaubt. Erinnert – wie die Räumlichkeiten meiner Rückenschule – an Zeiten, da man noch Weltmusik sagte, ohne darüber nachzudenken, ob der Begriff nicht eigentlich Schmarren ist. Der Franzose ist ein begnadeter Gitarrist, der für seine Fingerfertigkeiten an der Akkustischen schon unzählige Preise erhielt. Ein renommiertes Klampfen-Fachblatt bescheinigte ihm vor zwei Jahren, der „best world music guitar player“ zu sein! Na also, world music, und zwar mit Einflüssen aus Folk und Jazz. Auf seinem bereits zehnten Soloalbum traut sich der Instrumenten-Guru erstmals seine Stimme einzusetzen. Passt ganz gut zum Sound, etwas nuschelig-lispelnd, teilweise leicht an Robert Wyatt erinnernd. Virtuoser Schönklang ohne Zweifel, auf Dauer aber laufe ich Gefahr, auf meiner Übungsmatte einzudösen.
